Ein Gedanke zur Kreuzerhöhung – Zum Gedenken an meinen Vater († am 14. September) von Pater Alex George
Liebe Schwestern und Brüder,
Liebe Kinder und Jugendliche,
Am 14. September, dem Fest der Kreuzerhöhung, ist mein Vater heimgegangen. Dieses Datum hat für mich seither eine doppelte Bedeutung: Es ist der Tag seines Abschieds – und zugleich jener Tag, an dem die Kirche das Kreuz nicht als Symbol der Niederlage, sondern als Zeichen des Sieges Christi feiert. Für uns Christen ist das Kreuz nicht das Ende, sondern ein Übergang zum Leben.
In dieser Liebe dürfen wir auch den Tod unserer Nächsten – besonders den unserer Liebsten – bergen. Mein Vater starb an einem Tag, der im Licht des Kreuzes steht. Für mich ist das kein bloßer Zufall, sondern ein Zeichen: Er ist durch das Kreuz hindurch in das Licht des Lebens gegangen.
An diesem Fest schauen wir nicht allein auf das Leiden, sondern auf die Liebe, die das Kreuz verwandelt hat: Aus einem Werkzeug der Folter wurde ein Zeichen der Erlösung. Christus wurde erhöht – nicht zur Schau, sondern zum Heil.
„Am Kreuz zeigt uns Jesus seine Liebe mit den offensten Armen.“
– Franz von Sales
„Wer das Kreuz liebt, findet darin Frieden und Trost.“
– Franz von Sales
Die Spiritualität des heiligen Franz von Sales lädt uns ein, das Kreuz mit einem sanften und zugleich starken Herzen zu betrachten – im Alltag, in Freude und Schmerz. Nicht um am Kreuz stehen zu bleiben, sondern um durch das Kreuz hindurch zu lieben.
Auch mein Gedenken an meinen Vater ist von dieser Haltung geprägt: liebevoll, demütig und im Vertrauen darauf, dass Gott ihn mit offenen Armen empfangen hat.
Am 14. September feiern wir deshalb nicht nur den Tod, sondern die Erhöhung: Das Kreuz – und das Leben, das daraus hervorgeht. Dieses Datum ist für mich heilig geworden: verwundet und erhoben zugleich. So wie das Kreuz selbst.
Ihr P. Alex


