Gedanken zum Fronleichnamsfest am 19.06.2025 von Pater Alex George

Liebe Schwestern und Brüder,

Liebe Kinder und Jugendliche,

Fronleichnam ist ein Fest des Glaubens – ein Fest der Gegenwart Gottes mitten unter uns. Es erinnert uns an das Herzstück unseres christlichen Lebens: die Eucharistie. In ihr begegnen wir Christus selbst – in der Gestalt von Brot und Wein, als lebendige Gegenwart, die nährt, stärkt und verbindet.In einer Welt, die oft von Eile, Unsicherheit und äußeren Belastungen geprägt ist, lädt uns dieses Fest ein, zur Ruhe zu kommen.

Es schenkt uns Raum für Besinnung und geistliche Vertiefung. Die Eucharistie ist kein fernes Symbol, sondern ein unmittelbares Zeichen göttlicher Liebe. Der heilige Franz von Sales, ein Meister der Herzensspiritualität, bringt es in berührenden Worten auf den Punkt:

„Die Liebe unseres Herrn im allerheiligsten Sakrament ist Liebe, die wartet – Liebe, die sich ganz schenkt.“

Gerade darin liegt die stille Größe dieses Festes: Gott wartet auf uns. Er drängt sich nicht auf, sondern schenkt sich uns in aller Sanftmut. In der Eucharistie begegnen wir dem Christus, der mitgeht, der trägt, der heilt. Und diese Liebe will nicht bei uns stehen bleiben – sie drängt uns hinaus, hinein in die Welt.

Die Fronleichnamsprozession ist mehr als eine schöne Tradition. Sie ist ein öffentliches Bekenntnis unseres Glaubens: Wir bringen Christus dorthin, wo das Leben spielt – auf die Straßen, in die Nachbarschaften, hinein in die konkrete Wirklichkeit. Denn unser Glaube ist keine Privatangelegenheit. Er will sichtbar, erfahrbar und wirksam werden. Christus will nicht nur im Kirchenraum gegenwärtig sein, sondern mitten in unserem Alltag – in unseren Familien, in den Herausforderungen unserer Zeit, in Freude und Leid.

Der heilige Franz von Sales, dessen Spiritualität ganz von Liebe und Vertrauen durchdrungen ist, erinnert uns: „Tu alles aus Liebe, nichts aus Zwang.“„Wo Gott ist, da ist Zukunft – denn er ist die Quelle der wahren Freude.“

Diese Haltung kann uns helfen, unseren Alltag aus dem Geist des Evangeliums zu gestalten. Sie lädt uns ein, unseren Glauben nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe zu leben – mit einem offenen Herzen, das sich beschenken lässt und bereit ist, andere zu beschenken.

So möge das Fest Fronleichnam in uns neu die Freude am Glauben wecken. Möge es uns stärken in der Gewissheit, dass wir nicht allein unterwegs sind. Christus geht mit – in der Eucharistie, in der Gemeinschaft der Kirche, im Herzen eines jeden Menschen, der sich ihm öffnet.

In diesem Sinn wünsche ich uns allen ein gesegnetes, friedvolles und hoffnungsvolles Fronleichnamsfest.

Ihr P. Alex